Trauerphasen

Trauerphasen TotgeburtTrauerphasen

In der Zeit der Trauer werden gewöhnlich 4 unterschiedliche Phasen durchlaufen, welche schmerzhaft und heilsam sind!

Die im Folgenden aufgeführten Trauerphasen sind nicht das „Regelwerk“; wie schon erwähnt verläuft die Trauer häufig in wellenartigen Phasen und individuell ab. Anhand der einzelnen Phasen des Trauerns können Sie aber eventuell erkennen, wo Sie gerade in Ihrer Trauerarbeit stehen.

Phasen des Trauerns

1. Der Schock

Die häufigste und oftmals erste Reaktion auf den Verlust eines Kindes ist der emotionale Schock. Gefühle werden unterdrückt und nicht wahrgenommen.

Auch will man den Tod des Kindes nicht anerkennen. Diese Phase kann wenige Stunden bis mehrere Wochen dauern.

Mögliche Hilfen:

  • Suchen Sie den Kontakt zu Familie und Freunden; bleiben sie nicht allein. Gehen Sie in die Kommunikation und vertrauen Sie sich anderen Menschen an
  • Bitten Sie andere Menschen um Hilfe, zum Beispiel im Haushalt oder bei rechtlichen Angelegenheiten
  • Lassen Sie Ihre Trauer zu!!! Sie hat eine absolute Berechtigung!

2. Das Gefühlschaos

Der Zustand des Schocks hat sich gelöst und alle zuvor unterdrückten Gefühle brechen heraus.

Wut, Angst, Hass und Verzweiflung kommen zum Vorschein. Ein rationales Verhalten gegenüber der Umwelt und dem sozialen Umfeld ist schwer.

In dieser Phase des Trauern kommen auch Schuldzuweisungen und Selbstzweifel zu Tage. Bitte unterdrücken Sie diese aufkommenden Gefühle nicht; nehmen Sie die Gefühle an, denn sie haben ihre Berechtigung, sie wollen wahrgenommen werden.

Mögliche Hilfen:

  • Lassen Sie Gefühlsausbrüche zu, das kann sehr heilsam sein
  • Sprechen Sie Probleme an, aber bitte lassen Sie sich nicht von früheren ungelösten Konflikten ablenken

3. Suchen und Sich – trennen

Sie haben ein Kind verloren und nun begeben Sie sich auf eine Suche: Wo ist das Glück, das überschwängliche Gefühl hin? Wie sieht Ihre Zukunft ohne Baby aus?

Es ist normal und verständlich, dass Sie sich diese Fragen stellen. Sie erinnern sich an die unbeschwerte und glückliche Zeit in Ihrer Schwangerschaft. Eine intensive Auseinandersetzung hilft Ihnen auf Ihrem Weg durch die Trauer; häufig entsteht ein Begegnungsgefühl, welches schmerzlich und schön zugleich ist. Und plötzlich ist er da: der Tag der neuen Zuversicht! Der Tag an dem Sie erneut „JA“ zu Ihrem Leben sagen und die Suche beenden. Sie finden sich „wieder“.

Möglich ist aber auch, denn diese Phase kann sehr unterschiedlich lang anhalten (Wochen, Monate, Jahre), dass der bejahende Tag noch nicht eingetreten ist, und Ihre Selbstzweifel und Ihre Trauer größer und tiefer werden. Bitte nehmen Sie dann Hilfe in Anspruch und verzweifeln Sie nicht weiter!

Mögliche Hilfen:

  • Sprechen Sie über schöne Erlebnisse während Ihrer Schwangerschaft
  • Akzeptieren Sie Ihre „Suche“
  • Haben Sie bitte Geduld mit sich und Ihren Mitmenschen
  • Lassen Sie sich Zeit  für Ihre Gefühle und Ihre Trauer
  • Fragen Sie Ihren Mann /Partner (und auch Ihre Familie) nach ihren Gefühlen, Ängsten und Sorgen. Sie werden erkennen, dass Sie nicht alleine sind und sich gegenseitig unterstützen können

4. Neuorientierung

In dieser letzten Phase des Trauerns beginnt der Schritt des Loslösens.

Sie werden erkennen, dass Sie innerlich Abschied genommen haben und können Ihrem weiteren Leben wieder zuversichtlicher entgegentreten.Nein, Sie haben Ihr Kind nicht „vergessen“, aber Sie sind nun in Frieden mit sich und dem Verlust Ihres Kindes.

Ihr Kind wird immer ein Teil Ihres Lebens sein; sie werden sich in Wehmut aber mit Freude erinnern.Außerdem werden Sie neue Ideen und Pläne für die Zukunft schmieden. Es wird Ihnen nun leichter fallen zum Grab Ihres Kindes zu gehen und dieses zu gestalten. Sie werden sich auf den Besuch freuen.

Ja, werden Sie; nur lassen Sie sich die Zeit die Sie dazu benötigen.

Mögliche Hilfen:

  • Freuen Sie sich auf den Neubeginn und akzeptieren Sie ihn
  • schmieden Sie Pläne für Ihre Zukunft

Ich habe lange daran gezweifelt, ob ich wieder Freude und Glück erleben würde. Aber mein „Neubeginn“ ist eingetreten und ich liebe mich und mein Leben!

Weitere Hilfestellungen:

  • Nehmen Sie bewusst Abschied von Ihrem Kind
  • Schaffen Sie sich ein Andenken an Ihr Kind, zum Beispiel in Form eines Fotos
  • Sprechen Sie über Ihre tiefe Trauer
  • Tauschen Sie sich bitte mit anderen Sternenkindeltern aus. Das ist sehr heilsam!
  • Lesen Sie ein Buch oder einen Artikel über den Verlust eines Kindes
  • Schreiben Sie Ihre Emotionen und Erlebnisse auf; dies kann Ihre Trauerverarbeitung ungemein erleichtern
  • Achten Sie auf Ihre Selbstliebe und aktivieren Sie diese wieder!!!

Bitte nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch, wenn Sie keinen Weg gefunden haben mit Ihrer Trauer zu Recht zu kommen. Wenn Ihre Schuldgefühle und mangelnde Selbstliebe an Ihnen stetig nagen. Psychologen und viele Einrichtungen können Ihnen die Hilfe geben, die Sie benötigen.

Bitte scheuen Sie sich nicht davor! Lassen Sie sich helfen, wenn Sie es selbst nicht können. Ich bin für Sie da; nehmen Sie Kontakt zu mir auf.

Auch ich habe diese professionelle Hilfe bei einem Psychologen in Anspruch genommen. Ohne diese Hilfe hätte ich nicht zu der Beerdigung meiner Tochter gehen können. Ich bin sehr dankbar für diese Hilfe!

Bis heute werde ich bei jedem Blick in den Spiegel an den schmerzlichen Verlust meines Kindes erinnert. Ich habe in den Tagen und Wochen nach der Diagnose sehr viel geweint. Unter meinem linken Auge zeichnet sich durch das stetige Weinen der Tränensack ab. Weinen war ein Weg in meiner Trauerarbeit; es hat mir geholfen „loszulassen“ und „im Fluss“ zu bleiben.


Categories: Themen

?

Alemona Kontaktinformation

Dominique Stengel
Bruchsaler Straße 34B
12623 Berlin
Mobil: 0173 – 913 06 08
E-Mail: info@alemona.de


Kontaktformular

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.